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NACH BRUNDIBAR

Bühne und Kostüme

Schaubühne am Lehniner Platz

 

»Brundibár« heißt die Oper, 1941 heimlich im jüdischen Kinderheim Prag uraufgeführt – ihr Libretto schmuggelte man nach Theresienstadt, wohin ihr Komponist deportiert worden war. »Brundibár« wurde im Lager beliebt, machte Kinder zu stolzen Darstellern und dem Publikum Freude und Hoffnung. Und »Brundibár« diente den Nazis zum Beweis, wie schön das Leben im Ghetto ist – bezeugt vom Roten Kreuz und in Wochenschau-Filmausschnitten. Weder ihr Komponist Hans Krása noch die meisten Kinderdarsteller erlebten das Ende der Nazi-Herrschaft.
Was geht uns das als vierte Generation danach noch an? Was ist, wenn man Zahlen und Phrasen nicht mehr hören kann und trotzdem was verstehen will? Warum konnten aus normalen Menschen Massenmörder werden? Woher habe ich meine Rentnerphobie? Wie darf man das darstellen?
DIE ZWIEFACHEN, Jugendtheatergruppe der Schaubühne, machen, was sie noch nie gemacht haben: Oper! Zusammen mit Kindern des Chores der Deutschen Oper erzählen sie von Aninka und Pepicek, die gegen den Leierkastenmann Brundibár kämpfen. Ihre Proben sind auch Zeitreisen, Experimentier-Labor und Streitraum. Sie stellen sich und ihrem Publikum Fragen, verbotene und erlaubte. Sie treffen Greta Klingsberg und Anna Lorencovà, die damals in »Brundibár« mitgespielt haben. Eine Konfrontation mit dem Zwang zur Betroffenheit, ihrem eigenen Kampf gegen Leierkastenmänner der Macht und mit heutigen rechten Wortergreifungsstrategien.

 

Fotos: Heiko Schäfer, Lena Heeschen